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..die 100jährige Sieber-Orgel in der
evangelischen Laurentiuskirche in Unterringingen


2005 - Bilder
und Dokumentation zur Orgelrenovierung von unserer 100-jährigen Sieber-Orgel
- herzlichen
Dank an Peter Eichert
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Alles begann mit einer Exkursion:
an einer ähnlichen Orgel im Ries sollte studiert werden ob in Zukunft...
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...die alten originalen Mixturpfeifen,
die auf der Empore in einer Kiste gelagert sind...
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...oder die "neuen" Mixturpfeifen,
die vor etwa 15 Jahren eingebaut worden sind, in der Orgel verbleiben
sollen.
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Der freistehende Blasebalg auf
dem Kirchendachboden war den klimatischen Bedingungen (Kälte, Feuchtigkeit)
jahrelang ausgesetzt und litt erheblich darunter. So wurde auch
die Luft für die Orgel von dort oben angesaugt.
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Die Orgelbauer gingen ans Werk
und es blieb nur noch die Gehäusefassade und die Bleirohre zur Luftsteuerung
auf der Empore zurück. Alles andere kam in die Orgelbauwerkstatt
Weishaupt zur Überholung.
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Durch die Decke wurde über der
Orgel neben dem Luftkanal ein Ansaugkanal eingebaut, damit der Balg
die Luft aus dem Kirchenraum ansaugt.
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Die gereinigten und überholten
Windladen, auf denen die Orgelpfeifen stehen, sind wieder in die
Orgel eingebaut und alle Luftsteuerleitungen wurden wieder angeschlossen.
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Der Balg wurde auf dem Dachboden
mit einer neuen Holzeinhausung klimatisch und luftdicht gegen Kälte
und Feuchtigkeit geschützt.
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Die gereinigten Pfeifen sind wieder
zurückgekommen und wurden vor dem Einbau erstmal in Reih und Glied
auf den Kirchenbänken gelagert.
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Manche Pfeifen haben auch etwas
kuriose Formen, damit sie überhaupt in Ihrer notwendigen Länge in
die Orgel hnineinpassen.
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Im komplett überholten Spieltisch
werden die letzten Teile der komplizierten pneumatischen Steuerung
eingebaut.
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Nun sind auch alle Steuerleitung
im Orgelinneren wieder angeschlossen und die Orgel ist wieder spielbereit,
fehlen nur noch die Pfeifen.
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Als erstes wurden die neuen glänzenden
Prospektpfeifen eingebaut und die Orgel beginnt wieder ebenso strahlend
zu klingen.
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Nach und nach werden wieder alle
Pfeifen auf die Windladen gestellt, und Orgelbaumeister Banzhaf
intoniert und stimmt die Pfeifen.
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Letzter Blick von hinten in die
Orgel, bevor die größten Pfeifen an der Rückseite der Orgel eingebaut
werden, und die Orgel somit optisch verschließen.
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Nach
dieser gründlichen Restaurierung unserer Orgel in
der Laurentiuskirche in
Unterringingen wurde diese mit einem festlichen Gottesdienst am 2.
Adventsonntag "wieder eingeweiht".

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Orgeldienst:
Seit 1. Januar 1997 Organistin Susanne Niedermeier
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Kurze Geschichte der Orgel
(nach Wolfgang Adelung)
Die
Orgel ist im Wesentlichen in ihrer heutigen Gestalt erst im ausgehenden
Mittelalter entstanden. Ihre Uranfänge gehen aber schon auf die Panflöte oder
Syrinx der altgriechischen Hirten zurück. Zu welcher Zeit aus dieser Syrinx ein
Instrument entstand, bei dem der Wind mit einem Blasebalg erzeugt wurde und die
Steuerung der Pfeifen mit Ventilen erfolgte, ist nicht bekannt.
Erstmalig
wird eine solche Orgel (gr. opyavov, sprich organon = Werk) von Ktesibios, einem griechischen Mechaniker, um 300 vor Christus
in Alexandrien erwähnt. Sie hatte den Namen "Wasserorgel", weil der
Spielwind durch wasserbetriebene Luftpumpen (Hydraulis) erzeugt wurde.
Diese
kleinen Instrumente besaßen nur wenige Pfeifen. Schon um die Zeitenwende herum
hatte man aber die Technik der Register entwickelt, so dass diese Orgeln
mehrere Pfeifenreihen besaßen, die nun einzeln zu- oder wieder abgeschaltet
werden konnten. Reste einer solchen Orgel fand man 1931 bei Ausgrabungen in
Ungarn. Die Technik der Registerzüge geriet aber in Vergessenheit und musste
erst wieder "neu" erfunden werden.
Die
Orgel taucht in Europa erst um 757 n. Chr. auf - als Geschenk von Kaiser
Konstantin an Pipin den Kleinen. 824 wird eine erste Orgel im Dom zu Aachen
erwähnt. Diese Orgeln dienten an den römischen und europäischen Herrscherhöfen
als Instrumente zum Spielen von Tanzmusik, im Bereich der Kirchen begleitete
man mit ihnen einstimmig den Gesang der Mönche.
Im
Mittelalter baute man große Dome una Münster. Die Orgeln mussten also größer
und vor allem klanglich kräftiger werden. So ordnete man einer Taste gleich
mehrere Töne in verschiedenen Tonhöhen in Quint- und Oktavabständen zu, um eine
Tonverstärkung zu erreichen - auf das Zu- und Abschalten der Pfeifenreihen
verzichtete man.
Erst
im 14. Jahrhundert setzte sich die Technik der Registerzüge wieder durch, weil
sich der Zeitgeschmack geändert hatte. Auch kam jetzt das Pedal hinzu, um das
Spiel der Hände zu entlasten, denn die Tasten waren noch immer sehr groß und
schwergängig ["die Orgel (mit den Fäusten und Füßen) schlagen"]. Es
brauchte aber noch über 200 Jahre, bis sich die Registerzugtechnik so weit
entwickelt hatte, wie wir sie auch heute kennen.
Im
15. Jahrhundert unternahm man erste Versuche, Pfeifen nicht nur aus Holz,
sondern auch aus Metall zu bauen. Dafur verwendete man eine Legierung aus Zinn,
Zink und Blei. Da diese Register wesentlich kräftiger und lauter waren, nannte
man sie "vox principalis", was soviel wie "Hauptstimme"
bedeutet. Daraus ist der Registername ,;Prinzipal" entstanden, heute immer
noch die wichtigste Stimme einer Orgel.
Um
noch größere Orgeln bauen zu können, kam man auf die Idee, mehrere Tastenreihen
in den Spieltisch einzubauen. Jede Tastenreihe bediente ein eigenes Teilwerk,
die Teilwerke waren untereinander durch Koppelmöglichkeiten verbindbar, so dass
diese Orgeln selbst große Kirchenräume fullen konnten. Dies hat sich bis heute
erhalten.
Zur
Barockzeit war der Orgelbau zu seiner absoluten Hochblüte gelangt. Werke dieser
Art nannte man "mechanische Schleifladenorgeln" - eine Technik, die
bis heute durch nichts Besseres ersetzt werden konnte, auch wenn in der Zeit
der Romantik der pneumatische Ventilantrieb (Steuerung der Ventile durch
Luftdruck) erfunden wurde, der sich aber wegen der ungenauen Spielart nicht
durchsetzen konnte. Auch die elektromagnetische Ventilsteuerung, entstanden im
20. Jahrhundert, hat sich nicht wirklich bewährt. Sie wird heute nur noch bei
sehr großen Orgeln fur das Koppeln der Teilwerke benutzt, um eine allzu große
Schwergängigkeit der Tasten zu vermeiden.
Die
elektronischen Instrumente unserer Tage können den Klang einer Pfeifenorgel
höchstens imitieren, ersetzen können sie ihn nicht wirklich - der Ton klingt
trotz aller Neuerungen immer noch "technisch", es fehlt ihm der
"lebendige Atem".
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